Montag, 21. Oktober 2019


Bosch Gründerenkel: Familie war von Dieselaffäre überrascht

Autoindustrie

29 September 2019 10:42 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

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Stuttgart: Christof Bosch, Sprecher der gleichnamigen Industriellenfamilie, hat eingeräumt, dass die Verstrickung des Konzerns in die Dieselaffäre eine für die Familie "sehr dramatische und schmerzhafte Angelegenheit" gewesen sei. "Es gab wohl niemanden, der nicht vom Ausmaß überrascht war. Da macht die Familie keine Ausnahme", sagte der Enkel des Gründers dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

Und weiter: So schmerzhaft die Erfahrung war, so zufrieden sei die Familie damit, wie das Unternehmen die Krise gemanagt habe. Tatsächlich ist Bosch mit Strafen von etwa 500 Millionen Euro im Vergleich zu den Bußen der Autokonzerne glimpflich davon gekommen. In der Folge hat der mit 78,5 Milliarden Euro Umsatz weltgrößte Autozulieferer seine Compliance-Regeln erheblich nachjustiert. Der Vorsitzende der Geschäftsführung Volkmar Denner verwies auf den neuen Produktentwicklung skodex: "Der erste Punkt im Kodex lautet: Legalität und Bosch-Werte gehen vor Kundenwunsch. Daran sehen Sie, wo vorher die Priorisierung Schwächen hatte." Das Wertegerüst des Konzerns orientiere sich am Geiste Robert Boschs und sei in der Dieselkrise, bei globalen Handelsspannungen sowie der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz einer dauerhaft starken Bewährungsprobe ausgesetzt. "Der Umgang mit KI braucht extrem viel Verantwortlichkeit", sagte Bosch. Deshalb arbeite der Konzern an einem weiteren Kodex. "Unser KI-Kodex wird noch in diesem Jahr fertig", sagte der Bosch-Aufsichtsratsvorsitzende Franz Fehrenbach. Bosch will binnen zwei Jahren die Zahl seiner KI-Experten auf 4.000 vervierfachen. Bald sollen alle Bosch-Produkte nicht nur vernetzbar sein, sondern auch Teile von KI ent halten.

dts Nachrichtenagentur
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