Freitag, 19. April 2019


Breite Zustimmung zu Leopoldina Gutachten "Saubere Luft"

Vermischtes

14 April 2019 08:49 Uhr

  • ├╝ber dts Nachrichtenagentur

    Luft-Messstation

    Foto Quelle:├╝ber dts Nachrichtenagentur

Stuttgart: Die Reaktionen auf das Gutachten "Saubere Luft" der Leopoldina-Akademie sind einhellig positiv: Unklar ist allerdings, ob Gerichte aufgrund der Stellungnahme k├╝nftig anders ├╝ber Fahrverbote urteilen. Die Deutsche Umwelthilfe, die in etlichen deutschen St├Ądten Fahrverbote eingeklagt hatte, begr├╝├čte das Papier: "Die Studie stellt die Grenzwerte in keiner Weise infrage", sagte eine Sprecherin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Ein Sprecher des Verkehrsministers in Baden-W├╝rttemberg sagte der FAS: "Gut, dass die Leopoldina eine echte Verkehrswende fordert. Nat├╝rlich sind Fahrverbote nur Rumdoktern am Symptom."

Das Papier ├Ąndere aber nichts an der Rechtslage. Gerichte h├Ątten entschieden, dass die Grenzwerte einzuhalten seien. In Nordrhein-Westfalen, wo in besonders vielen St├Ądten Fahrverbote drohen, sah man sich durch die Wissenschaftler best├Ątigt. "Wir sehen uns in unserem eingeschlagenen Weg best├Ąrkt", sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Fahrverbote seien "in den allermeisten nordrhein-westf├Ąlischen Kommunen" nicht erforderlich. Auch der Lungenarzt Dieter K├Âhler, der die Grenzwerte ganz abschaffen wollte, konnte dem Gutachten etwas abgewinnen: "Das geht in die richtige Richtung", sagte er der FAS. Der stellvertretende Direktor der Leopoldina-Akademie, Martin Lohse, freute sich ├╝ber die Zustimmung zu seinem Gutachten. "Mit einer Minderheitenmeinung kann man nichts erreichen, man muss die Mehrheit gewinnen", sagte er der FAS. "Wir denken, es ist dem Willen der Bev├Âlkerung zu einer Verkehrswende abtr├Ąglich, wenn es so ganz kontrovers beginnt", sagte Lohse. Merkel habe die Akademie beauftragt, um "eine neutrale Stimme in dieser aufgeheizten Diskussion" zu h├Âren. Lohse will die Politiker nun bei der Umsetzung der Forderungen aus der Leopoldina begleiten. Er stellt sich eine Arbeitsgruppe vor, die politische Ma├čnahmen zur Verkehrswende kommentiert.

dts Nachrichtenagentur
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