Samstag, 4. April 2020


Daimler Betriebsräte unterstützen Antrag auf Kurzarbeit

Vermischtes

26 März 2020 12:46 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

    Mercedes-Stern

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Stuttgart: Die beiden ranghöchsten Betriebsräte des Autoherstellers Daimler unterstützen den am Donnerstag verkündeten Antrag auf Kurzarbeit, fordern vom Management aber in Einzelbereichen ein Umsteuern. "Kurzarbeit ist in diesen Zeiten für die Wirtschaft etwas Gutes, es hilft Unternehmen und Belegschaft", sagte der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Michael Brecht der "Süddeutschen Zeitung" (Online-Ausgabe). "Für die Unternehmen sichert diese Maßnahme Liquidität. Für die Beschäftigten bedeutet es Sicherheit für Arbeitsplätze."

Sorgen bereite ihm dagegen die Entwicklung an den Börsen. "Der Aktienkurs muss unbedingt wieder steigen", sagte Brecht. Das Wertpapier der Daimler AG war im März zwischenzeitlich bis auf 21 Euro eingebrochen. Mittlerweile hat es sich zwar auf knapp 30 Euro erholt, doch auch das erachtet Brecht als viel zu niedrig: "Wir stehen heute bei knapp 33 Milliarden Börsenwert. Das ist deutlich weniger als die Substanz hergibt." Je niedriger der Wert sei, "desto einfachere Beute sind wir für, heute sagt man nicht mehr Heuschrecken, sondern aktive Investoren". In der Vergangenheit habe es "schon eine Zeit" gegeben, in der es dem Betriebsrat mit wichtigen strategischen Entscheidungen "zu langsam ging", so Brecht. Das sei inzwischen besser. Brecht kritisiert etwa schon seit Längerem, dass sich Daimler aus der Produktion von Batteriezellen verabschiedet hat. Der Betriebsrat fordert mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung der Zell-Technologie. "Wir dürfen uns da nicht abhängig machen von Dritten, die die Technik beherrschen und über uns entscheiden", sagte unterdessen der stellvertretende Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali. In der SZ deuteten die Arbeitnehmer-Vertreter an, dass ihre Warnungen Wirkung zeigen: "Nach vielen Diskussionen hat Ola Källenius jetzt signalisiert, dass er die Sorgen des Betriebsrats aufnimmt und das Thema tiefer diskutieren wird", sagte Brecht. Damit sei Daimler "auf dem richtigen Weg".

dts Nachrichtenagentur
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