Samstag, 16. Februar 2019


Bartsch beklagt Fehlen von Ostdeutschen auf Führungsposten

Parteien

09 Februar 2019 05:00 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

    Dietmar Bartsch

    Foto Quelle:über dts Nachrichtenagentur

Berlin: Der Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, hat das Fehlen von Ostdeutschen auf Führungspositionen beklagt. "30 Jahre nach der Friedlichen Revolution ist das ein unhaltbarer Zustand, der die Mauer in den Köpfen neu entstehen lässt", sagte Bartsch den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Samstagsausgaben). "Wenn in Bayern alle Universitäts- und Gerichtspräsidenten-Posten von Ossis besetzt würden, dann würde es dort Volksaufstände geben", so Bartsch weiter.

Wenn die aktuellen Vorschläge von Union und SPD zur Verbesserung der Lage in Ostdeutschland "nicht nur Luftblasen" sein sollen, dann sollten "beide Parteien bei den Führungspositionen handeln, gerne auch gemeinsam mit der Linken", so der Linken-Politiker weiter. Zuvor hatte eine Recherche der Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" ergeben, dass die Präsidenten der 25 obersten Gerichte in Ostdeutschland ausschließlich Westdeutsche sind. Eine Studie des Gütersloher Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zeigte anschließend, dass an den rund 80 öffentlichen Universitäten in Deutschland ebenfalls allein Westdeutsche an der Spitze stehen, egal ob in Ost oder West. Den Untersuchungen zufolge schwankt der Anteil der Ostdeutschen in Führungspositionen derzeit zwischen 1,7 und sechs bis acht Prozent und liegt weit unter dem Anteil der Ostdeutschen an der Gesamtbevölkerung, der etwa 17 Prozent beträgt. Wissenschaftler von Hochschulen in Berlin, Leipzig und Zittau/Görlitz haben begonnen, das Problem eingehender zu erforschen. Das Projekt wird von der Bundesregierung unterstützt.

dts Nachrichtenagentur
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