Freitag, 7. August 2020


Bericht: Gesuchter Verbrecher spielte im "Tatort" mit

Rechtspolitik

26 Juli 2020 13:14 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

    Festnahme mit Handschellen

    Foto Quelle:über dts Nachrichtenagentur

Heilbronn: Bei den Dreharbeiten für den Tatort "Unter Wölfen" hat ein gesuchter Verbrecher aus Italien als Komparse mitgespielt. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf die Carabinieri in der Küstenstadt Reggio Calabria. Der 1976 geborene Mann war demnach unter anderem wegen bewaffneten Überfalls und einer Entführung verurteilt worden.

Um sich einer Gefängnisstrafe zu entziehen, soll er schon 2014 untergetaucht und schließlich nach Heilbronn in Baden-Württemberg gezogen sein. Im Juli 2019 nahm der Gesuchte nach Informationen der FAZ dann an den Dreharbeiten für einen Tatort des Ludwigshafener Ermittlerteams teil. Zusammen mit anderen Kampfsportlern aus Heilbronn mimte er demnach für den Krimi "Unter Wölfen" schlagkräftige Statisten. Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihre Kolleginnen haben es in dem Fall mit einem Mord im Türsteher-Milieu zu tun. Am Set posierten die Kampfsportler für ein Foto, der Gesuchte sprach anschließend mit dem Reporter eines lokalen Wochenblatts - unter seinem vollen Namen. Weil der gesuchte Verbrecher außerdem auch auf Facebook und Instagram aktiv war, kamen ihm die italienischen Ermittler auf die Spur. "Bestärkt von der Tatsache, dass er so lange nicht belangt werden konnte, hatte er beschlossen, sein Leben weiterzuführen ohne sich Sorgen zu machen, dass er von den italienischen Behörden noch gesucht werden könnte", zitiert die FAZ aus der Mitteilung der Carabinieri. Anfang 2020 wandte sich die Staatsanwaltschaft Messina wegen der offenen Gefängnisstrafe von insgesamt vier Jahren, sechs Monaten und zehn Tagen mit einem europäischen Haftbefehl an die deutschen Behörden. Ende April wurde der Gesuchte nach Informationen der Zeitung in Heilbronn-Böckingen festgenommen. Seine Auslieferung an Italien wurde von der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart bewilligt - wegen coronabedingter Verzögerungen aber noch immer nicht vollzogen.

dts Nachrichtenagentur
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