Mittwoch, 20. November 2019


Karliczek dringt auf mehr Vergleichbarkeit im Bildungssystem

Bildungspolitik

07 November 2019 05:00 Uhr

  • ├╝ber dts Nachrichtenagentur

    St├╝hle im Flur einer Schule

    Foto Quelle:├╝ber dts Nachrichtenagentur

Berlin: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dringt auf mehr Vergleichbarkeit im Bildungssystem und widerspricht dem bayerischen Ministerpr├Ąsidenten Markus S├Âder (CSU) in Sachen Nationaler Bildungsrat. "Wir brauchen mehr Vergleichbarkeit, mehr Transparenz und eine h├Âhere Qualit├Ąt in unserem Bildungssystem. Das wollen Sch├╝ler, Eltern und Lehrer", sagte Karliczek den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Donnerstagsausgaben).

Dazu k├Ânne der Nationale Bildungsrat als ein Beratungsgremium "sehr viel beitragen". Egal, ob ein Kind in Bremen, in Bayern oder in Sachsen aufwachse: "Es muss ├╝berall vergleichbare Bildungschancen haben. Und sie m├╝ssen ├╝berall sehr gut sein", so die CDU-Politikerin weiter. Bayerns Ministerpr├Ąsident Markus S├Âder (CSU) hatte mit dem Ausstieg aus dem Gremium gedroht. "Es wird ein b├╝rokratisches Monstrum, das am Ende aus Berlin in die kleinen Schulstuben hineinregiert und in die Klassenzimmer", hatte er gesagt. Karliczek entgegnete nun: "Die Aussage hat mich deshalb verwundert, weil wir das Konzept gemeinsam mit den L├Ąndern erarbeitet haben. Der Nationale Bildungsrat wird kein ┬éb├╝rokratisches Monstrum┬Ĺ sein." Der Bildungsrat gebe, "wie sein Name sagt, Rat, er wird nicht entscheiden", so die Bildungsministerin weiter. Die Standards w├╝rden die L├Ąnder selbst festlegen und ├╝ber die einzuschlagenden Wege entscheiden. "Das k├Ânnen von Land zu Land, aber auch von Schulform zu Schulform weiter sehr unterschiedliche Wege sein", sagte Karliczek. Sie unterstrich die Notwendigkeit von Reformen: "Bei den internationalen Vergleichsuntersuchungen liegen wir meist im Mittelfeld. Damit k├Ânnen wir uns aber nicht zufriedengeben", so die CDU-Politikerin. Man m├╝sse besser werden. "Und dazu m├╝ssen wir uns jetzt energisch auf den Weg machen. Wir m├╝ssen uns hohe gemeinsame Bildungsstandards setzen und dann beharrlich daran arbeiten, sie zu erreichen", so die Bildungsministerin weiter. Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag im Bund auf die Schaffung eines Nationalen Bildungsrats verst├Ąndigt, in dem Experten die Politik bei der Weiterentwicklung des Bildungssystems beraten soll. Mit den ausgehandelten Eckpunkten gebe es "eine hervorragende Grundlage f├╝r die sp├Ątere Vereinbarung" zum Bildungsrat, sagte Karliczek den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Bund und L├Ąnder seien sich lediglich uneinig ├╝ber die Stimmrechte. "Dabei sind wir uns einig, dass keine Seite ├╝berstimmt werden darf", so die CDU-Politikerin weiter. Dazu habe man "eine L├Âsung vorgeschlagen, mit der wir den L├Ąndern schon stark entgegengekommen sind. Ich bin weiter verhandlungsbereit", sagte die Bildungsministerin. Auch der Pr├Ąsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-Andr├ę Alt sprach sich f├╝r den Nationalen Bildungsrat aus: "Ein Bildungsrat k├Ânnte in unserem vielgestaltigen f├Âderalen System wichtige Anst├Â├če liefern, um das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente zu verbessern", sagte er. Er halte ein solches Gremium "grunds├Ątzlich f├╝r sinnvoll, wenn es unser komplexes Bildungssystem wirklich in seiner Gesamtheit betrachtet", so der Pr├Ąsident der Hochschulrektorenkonferenz weiter. Die Bildungshoheit der L├Ąnder solle mit einer solchen Institution ja keinesfalls in Zweifel gezogen werden. "Wir haben es heute jedoch mit sehr heterogenen Bildungsverl├Ąufen zu tun, umso wichtiger ist es, die ├ťbergangsm├Âglichkeiten klug zu gestalten", sagte Alt den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Ein zukunftsf├Ąhiges Bildungssystem brauche viel Flexibilit├Ąt und lebenslange Weiterentwicklungsm├Âglichkeiten f├╝r die Einzelnen.

dts Nachrichtenagentur
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