Samstag, 19. Januar 2019


Neuer KMK Präsident will Kampf gegen Analphabetismus verstärken

Bildungspolitik

01 Januar 2019 09:21 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

    Kultusministerkonferenz

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Berlin: Der neue Präsident der Kultusministerkonferenz, der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU), hat angekündigt, den Kampf gegen den Analphabetismus zu verstärken: "In der Schule muss die Diagnosefähigkeit der Lehrer in der Aus- und Weiterbildung massiv ausgebaut werden – deshalb wird die Förderung der Bildungssprache Deutsch auch Schwerpunkt meiner KMK-Präsidentschaft", sagte Lorz dem "Handelsblatt". In Hessen habe die neue schwarz-grüne Koalition deshalb gerade vereinbart, "dass wir pro Woche eine Stunde Deutsch in den Grundschulen mehr unterrichten wollen". Es gehe aber nicht nur um die Grundschulen: "Auch die Lehrer in der Sekundarstufe I müssen besser geschult werden", um massive Leseschwächen zu erkennen.

Hintergrund ist, dass es nach der einzig dazu existierenden Studie in Deutschland sieben Millionen "funktionale Analphabeten" gibt, die so schlecht lesen, dass sie massive Probleme im Beruf und im Privatleben haben. "Das hat auch mich erschüttert", so Lorz. Generell hätten diese funktionale Analphabeten in der Regel aber "alle einmal lesen und schreiben gelernt, nur eben schlecht". Im Beruf entstehe dann "ein Teufelskreis aus Vermeidung und fehlender Übung". Das Problem seien aber "weniger fehlende Alphabetisierungskurse als vielmehr das Tabu und die Scham der Betroffenen". Hessen habe daher "einen motivierenden Kinospot produziert, für den wir sogar den Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen gewonnen haben". Weil massive Leseschwäche im Beruf am ehesten auffällt, appellierte Lorz an die Wirtschaft, sich am Kampf gegen den Analphabetismus zu beteiligen: "Angesichts der Furcht vor Fachkräftemangel ist das Interesse in den Betrieben, solche Leute zu qualifizieren, heute hoffentlich größer." Für ausländische Azubis habe Hessen probehalber einen zweiten Berufsschultag für die Deutschförderung eingeführt. "Da waren nicht alle Unternehmen begeistert. Hier brauchen wir also noch einen Bewusstseinswandel."

dts Nachrichtenagentur
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