Sonntag, 16. Juni 2024


Union und SPD kritisieren Boykott von Selenskyj-Rede

Parteien

11 Juni 2024 15:14 Uhr

  • ├╝ber dts Nachrichtenagentur

    Wolodymyr Selenskyj am 11.06.2024

    Foto Quelle:├╝ber dts Nachrichtenagentur

Berlin: Union und SPD haben das Fernbleiben von Abgeordneten des B├╝ndnisses Sahra Wagenknecht (BSW) und fast aller AfD-Parlamentarier bei der Rede des ukrainischen Pr├Ąsidenten Wolodymyr Selenskyj im Bundestag scharf kritisiert.

 

"Ich habe selten eine solche Respektlosigkeit erlebt", sagte SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe). Man k├Ânne politisch anderer Auffassung sein, erg├Ąnzte Wiese, "aber so etwas geh├Ârt sich nicht in einem Parlament".

 

Der Parlamentsgesch├Ąftsf├╝hrer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), sagte der Zeitung: "Damit unterstreichen AfD und BSW einmal mehr ihre Verachtung f├╝r die Opfer des russischen Angriffskriegs." Au├čerdem zeige sich, "dass sie nicht in der Lage sind, au├čenpolitische Verantwortung f├╝r Deutschland zu tragen. Es geht auch um den Bestand einer regelbasierten Ordnung in Europa und damit ganz zentral um die Sicherheit und Freiheit in Deutschland", so Frei.

 

Linken-Chefin Janine Wissler nannte das Fernbleiben von Abgeordneten des BSW unterdessen "peinlich".

Auch sie selbst teile nicht alle Worte und Forderungen Selenskyjs, aber das Verlassen des Plenarsaals sende auch ein verheerendes Signal an die ukrainische Bev├Âlkerung und die vielen Gefl├╝chteten, "die um ihre Angeh├Ârigen bangen und hier die Fernsehbilder der Wagenknecht-Show ertragen m├╝ssen", sagte sie der "Rheinischen Post".

 

Vom BSW war der Boykott unter anderem damit begr├╝ndet worden, dass Selenskyj "das Risiko eines atomaren Konflikts mit verheerenden Konsequenzen f├╝r ganz Europa in Kauf" nehme. Die AfD-Spitze ver├Âffentlichte unterdessen nach der Rede eine Stellungnahme, wonach die Amtszeit Selenskyjs als Pr├Ąsident der Ukraine "am 21. Mai geendet" sei. "Er ist nur noch als Kriegs- und Bettelpr├Ąsident im Amt", hei├čt es in der gemeinsamen Erkl├Ąrung der Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. Man lehne es demnach ab, "einen Redner im Tarnanzug anzuh├Âren".

dts Nachrichtenagentur
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