Donnerstag, 14. November 2019


FDP verschärft Kritik an Seehofer

Internet

15 Oktober 2019 13:00 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

    Horst Seehofer

    Foto Quelle:über dts Nachrichtenagentur

Berlin: Die FDP-Bundestagsfraktion verschärft in der Debatte über die Gaming-Szene die Kritik an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und fordert, eine nachhaltige Games-Förderung auf Bundesebene im Bundeshaushalt einzurichten. "Horst Seehofer liegt mit seinem absurden Generalverdacht gegen die Gaming-Szene so krass daneben, dass die Ursachen-Analyse des Anschlages von Halle scheitern muss", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katja Suding dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochsausgaben). "Das ist erschreckend und beängstigend", fügte sie hinzu.

"Außerdem ist es ein billiger Versuch, von seiner eigenen Untätigkeit abzulenken", setzte Suding hinzu. "Nicht meine beiden Söhne, die gerne mal Games spielen, und Millionen Gleichgesinnte sind eine Gefahr für die innere Sicherheit, das ist Herr Seehofer inzwischen selbst", sagte sie. "Seehofer muss endlich die tatsächlichen Gefahren bekämpfen", sagte die FDP-Politikerin. In einem Antrag, den die Fraktion in der Fraktionssitzung am Dienstag beschließen will und über den die RND-Zeitungen berichten, fordert die FDP, "die bestehende Förderung der Filmproduktion für Film-, Serien- und Videospieleproduktion zu öffnen und für den Titel 110 Millionen Euro bereitzustellen". Die FDP dringt zudem darauf, den Deutschen Computerspielpreis zu einer Spitzenauszeichnung mit internationalem Leuchtturmcharakter zu machen. Des Weiteren solle die Bundesregierung "den Koalitionsvertrag in dem Punkt, in dem die Anerkennung des E-Sport versprochen wird", umsetzen, so die FDP. Nach dem Terroranschlag von Halle hatte Seehofer mit Äußerungen zu Computerspielplattformen eine Kontroverse in sozialen Medien ausgelöst. "Das Problem ist sehr hoch", hatte Seehofer der ARD gesagt. "Viele von den Tätern oder den potenziellen Tätern kommen aus der Gamerszene." Die FDP-Fraktion wiederum wendet sich nicht nur gegen einen Generalverdacht gegen die Gamerszene, sondern spricht sich auch für mehr Forschung aus. Eine weitergehende Förderung der Forschung und Entwicklung in Bereich Games käme "nicht nur der Spieleindustrie, sondern vielmehr der deutschen Wirtschaft insgesamt zugute", heißt es in dem Antrag. Und weiter: "Aus den Methoden der Spieleentwickler lassen sich insbesondere in Bezug auf Virtual Reality und Künstliche Intelligenz branchenübergreifend viele Erkenntnisse gewinnen."

dts Nachrichtenagentur
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