Dienstag, 29. September 2020


Gesundheitsminister fordert Reform der WHO

Gesundheit und Gesellschaft

14 September 2020 16:03 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

    Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf

    Foto Quelle:über dts Nachrichtenagentur

Berlin: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine Reform der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgesprochen. "Die Strukturen der WHO müssen effizienter werden. Und die Aufgaben müssen klar verteilt sein: Was macht das Hauptquartier in Genf, wie eigenständig bleiben die derzeit sehr selbstbewussten Regionalbüros", sagte Spahn der "taz" (Dienstagsausgabe).

Er wolle die laufende EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands "auch aktiv dazu nutzen, eine europäische Position zur WHO zu finden". Die WHO sei immer nur so gut, wie die Mitgliedsstaaten sie sein ließen, sagte der Minister der Zeitung. "Und das fängt an bei der Frage, welche Informationen die WHO von wem wie frühzeitig zur Verfügung gestellt bekommt, und mit welchen finanziellen Ressourcen wir sie ausstatten." Deutschland sei bereit, seinen finanziellen Beitrag an die WHO "in einem europäischen Gesamtakt noch einmal aufzustocken". Spahn kritisierte, manch andere staatliche Geldgeber seien "da weniger engagiert". Der WHO war im Umgang mit der Pandemie insbesondere von den USA vorgeworfen worden, eine zu große Nähe zu China zu pflegen und das Regime in Peking nicht engagiert genug zur frühzeitigen Herausgabe wichtiger medizinischer und wissenschaftlicher Erkenntnisse über das Coronavirus gedrängt zu haben. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin angekündigt, die USA würden die WHO im kommenden Jahr verlassen.

dts Nachrichtenagentur
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