Samstag, 27. November 2021


Kaum Impfanstieg durch kostenpflichtige Coronatests

Gesundheit und Gesellschaft

21 Oktober 2021 02:00 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

    Impfkabine

    Foto Quelle:über dts Nachrichtenagentur

Düsseldorf: Der große Corona-Impfeffekt ohne kostenfreie Bürgertests ist offenbar ausgeblieben. In NRW verzeichnete das Landesgesundheitsministerium am 11. Oktober zwar eine Verdopplung gegenüber der Vorwoche auf 14.485 Erstimpfungen, berichtet die "Rheinische Post" (Donnerstagausgabe), allerdings nahm die Impfbereitschaft im Laufe der Woche wieder ab. Am Ende blieb in der ersten Woche nach dem Start der Bezahl-Tests die durchschnittliche, tägliche Impfbereitschaft bei 10.637 - ein geringes Plus von gut zwei Prozent gegenüber der Vorwoche.

Ein Grund könnte sein, dass der Effekt schon im Sommer stattgefunden hat, als erstmals das Vorhaben der Bundesregierung öffentlich gemacht wurde. So sagte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums der "Rheinischen Post": "Es lässt sich ein deutlicherer Anstieg der Erstimpfungen im wochenweisen Vergleich lediglich nach der Medienberichterstattung im August erkennen." Im Zeitraum von 9. bis zum 29. August hatten sich am Tag durchschnittlich zwischen 30.000 und 50.000 Menschen ihre erste Dosis verabreichen lassen. Der Chef des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, sagte der "Rheinischen Post": "Die Einführung der kostenpflichtigen Tests hat in den Praxen bisher die Nachfrage nach der Erstimpfung nicht erhöht." Die Hausärzte mit ihren Praxisteams hätten in den letzten fünf Monaten mit großer Anstrengung alles dafür getan, dass im Herbst möglichst viele Patienten eine vollständige Corona-Schutzimpfung haben. "Die Praxen werden jetzt keine zeitintensiven Überzeugungsgespräche mehr mit Impfzauderern führen." Der Schwerpunkt liege in der Versorgung der Patienten, die nach einer Drittimpfung fragten. "Diese Impfung koppeln wir auch mit der Grippeschutzimpfung", so Funken. Unterdessen ist die Zahl der Testungen massiv zurückgegangen. Diese sank von 1,44 Millionen in der 40. Kalenderwoche auf rund 825.000 in der 41. Kalenderwoche. Auch die Zahl der Testzentren ist rückläufig: Gab es Anfang Juli in NRW noch 9390 Teststellen, waren es zuletzt 7350.

dts Nachrichtenagentur
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