Montag, 10. Dezember 2018


Merck Chef sieht Innovationskraft der Pharmabranche in Gefahr

Gesundheit und Gesellschaft

25 November 2018 18:43 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

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Kenilworth: Die Pharmabranche steht wegen hoher Preise in vielen Ländern in der Kritik. Auch in den USA werden Preisbegrenzungen diskutiert. Der Chef des US-Konzerns Merck & Co, Kenneth Frazier, sieht darin eine Gefahr für die Innovationskraft der Branche.

"Der US-Markt ist der einzige große Markt, der immer noch auf freie Preissetzung und Verhandlungen zwischen privaten Akteuren setzt", sagte er dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). "Bei Arzneimitteln auf ein System überzugehen, mit dem man Preiskontrollen aus anderen Märkten importiert, würde unsere Innovationskraft stark beeinträchtigen", so der CEO des US-Pharmakonzerns, der außerhalb Nordamerikas unter dem Namen MSD firmiert. Eine solche Maßnahme würde dafür sorgen, dass der Markt viel weniger Geld für Forschung und Entwicklung bereitstelle, vor allem auch für die vielen forschenden Biotechunternehmen, so Frazier weiter. "Das wäre keine gute Entwicklung für die Patienten von morgen." Frazier ist zudem der Ansicht, dass die Patienten international von dem hohen Preisniveau in den USA profitieren: "Es gibt Studien, die zeigen, dass Amerika 45 bis 50 Prozent der globalen Pharmaforschungskosten finanziert. Das spricht dafür, dass die US-Verbraucher letztlich die Gesundheitssysteme anderer Länder mit vergleichbarem Einkommensniveau subventionieren", so Frazier. Auch das deutsche Gesundheitssystem profitiert nach seiner Ansicht davon: "Auch hier reflektieren die Preise nicht immer den vollen Wert der Medikamente."

dts Nachrichtenagentur
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