Dienstag, 25. Februar 2020


Finanzminister weist Kritik an Grundrente zurück

Arbeitsmarkt

12 Februar 2020 01:00 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

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Berlin: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat Befürchtungen zurückgewiesen, die Einführung der Grundrente könnte sich wegen massiver Verwaltungsprobleme verzögern. "Ich bin ganz sicher, dass die Grundrente zum 1. Januar 2021 eingeführt wird. Weit mehr als 1,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner werden davon profitieren", sagte Scholz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

Das Bundeskabinett will den Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nicht wie ursprünglich geplant an diesem Mittwoch, sondern eine Woche später auf den Weg bringen. Die Deutsche Rentenversicherung warnte vor erheblichen bürokratischen Schwierigkeiten bei der Erfassung der künftigen Grundrente-Bezieher. Es gebe nicht nur verfassungsrechtliche Probleme (Einkommen von Ehepartnern sollen angerechnet werden, von unverheirateten Paaren jedoch nicht), sondern auch noch kein Datensystem für den Abgleich zwischen Finanzämtern und Rentenversicherung bei der von der Union durchgesetzten Vermögensprüfung, erklärte die Behörde in einer Stellungnahme, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Sämtliche IT-Verfahren müssten bereits im Juli startklar sein. Der geplante Zeitplan sei äußerst kritisch zu betrachten, heißt es in der Stellungnahme weiter. "Unsere sehr gute Finanzverwaltung in Deutschland wird alles Notwendige dafür tun, dass die Einführung pünktlich klappt", sagte Scholz. Ziel sei eine möglichst unbürokratische Regelung. "Ich möchte nicht, dass die Antragsteller, die ja oft etwas betagter sind, im Papierkram untergehen. Wir bemühen uns um Verfahren, die jeder und jede sofort versteht", so der Finanzminister weiter. Die Rentenversicherung ist weniger optimistisch: Erst einmal müssten aus 26 Millionen Rentnern diejenigen herausgesucht werden, die auf mindestens 33 Erwerbsjahre kommen. Die Behörde erwarte große Unsicherheit bei den Rentnern, eine Flut an Beratungsgesprächen und hohe Kosten. Der zusätzliche Personalbedarf liege bei etwa 560 Vollzeitstellen. "Im Einführungsjahr werden die Verwaltungskosten somit mehrere hundert Millionen Euro betragen und damit mehr als 25 Prozent der Leistungsausgaben für die Grundrente", heißt es in der Stellungnahme der Deutschen Rentenversicherung, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

dts Nachrichtenagentur
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