Dienstag, 4. August 2020


Gewerkschaft NGG will konsequente Umsetzung des Werkvertragsverbots

Arbeitsmarkt

29 Juli 2020 01:00 Uhr

  • über dts Nachrichtenagentur

    Kühe

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Hamburg: Kurz vor der Entscheidung der Bundesregierung über ein Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine konsequente Umsetzung des Vorhabens. Er erwarte, dass der Kabinettsbeschluss "ohne Abstriche vom Bundestag beschlossen und Gesetz wird", sagte der stellvertretende NGG-Bundesvorsitzende, Freddy Adjan, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). Die Novelle sei "ein wichtiger Schritt, um die schamlose Ausbeutung von zumeist osteuropäischen Beschäftigten und die teilweise menschenverachtenden Wohnverhältnisse zu beenden".

Es sei "richtig und endlich notwendig, dass die Fleischkonzerne Verantwortung übernehmen und die Beschäftigten direkt im Unternehmen einstellen müssen". Es handle sich um "einen historischen Gesetzentwurf zum Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie". Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch in der Großschlachterei Tönnies in Nordrhein-Westfalen sowie in weiteren Fleischbetrieben will das Bundeskabinett an diesem Mittwoch die Regeln für die Branche massiv verschärfen. Ein Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht unter anderem vor, dass Großschlachthöfe bei Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung kein Fremdpersonal mehr einsetzen dürfen. Hierzu soll der Einsatz von Werkvertrags- sowie Leiharbeitnehmern in der Fleischindustrie untersagt werden. Das Verbot soll zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. Auch die Unterbringung von Schlachthofmitarbeitern soll verbessert und die behördlichen Kontrollen in den Betrieben erhöht werden.

dts Nachrichtenagentur
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